Wir bauen aus Überzeugung kein Eigentum für jede*n Einzelne*n. Unser Ziel ist es, Wohnraum langfristig dem spekulativen Wohnungsmarkt zu entziehen. Wir planen daher das Projekt in Form einer Kleinstgenossenschaft oder im Rahmen des Mietshäusersyndikats zu bauen. Die Abstimmungen hierzu laufen auf Hochtouren und werden von der Investitions- und Förderbank (IFB) mit Krediten gefördert. Aller Voraussicht nach werden wir zu 100 % öffentlich geförderte Wohnungen bauen.
Trotzdem: Unser Projekt erfordert neben Zeit und Energie natürlich eine Menge Geld.
Die Finanzierbarkeit unseres Projektes erreichen wir im Zusammenspiel von IFB-Darlehen und Förderungen, Eigenkapital sowie Direktkreditfinanzierung.
Mit einer heterogenen Einkommensstruktur mit Schwerpunkt auf Familien mit geringeren Einkommen und einer flächensparenden Raumnutzung können wir laufende Zuschüsse der IFB erhalten. Das von uns beabsichtigte barrierefreie und ökologische Bauen erlaubt zudem weitere Förderung aus den Ergänzungsmodulen der IFB.
Die Beschaffung des notwendigen Eigenkapitals für den Bau betrachten wir als gemeinsame Verantwortung. Da wir alle unterschiedliche wirtschaftliche Hintergründe haben - einige erben viel, andere nichts; einige verdienen gut, andere verdienen wenig - möchten wir die finanzielle Ungleichheit ausgleichen. In unserem Projekt streben wir eine solidarische Finanzierung an, was bedeutet, dass Personen mit höherem Vermögen einen größeren finanziellen Beitrag leisten als diejenigen mit weniger Vermögen. Auf diese Weise ermöglichen wir auch Menschen ohne ausreichendes Eigenkapital die Teilnahme am Projekt. Nicht vorhandenes Geld ist somit kein Ausschlusskriterium mehr!
Ein weiterer bedeutender Bestandteil unserer Finanzierung sind Direktkredite. Diese Kredite spielen eine entscheidende Rolle, um unser solidarisches Finanzierungskonzept umzusetzen, denn wir werden nicht das gesamte Eigenkapital alleine abfedern können.
Und hier brauchen wir deine Hilfe!
Direktkredit bedeutet einfach, dass ihr unserem Genoveva-Hausverein ein Darlehen in einer von euch gewünschten Höhe gebt. Darüber schließen wir gemeinsam einen Darlehensvertrag, der die zwischen uns abgesprochenen Konditionen enthält.
Mit einem Direktkredit kannst du unmittelbar dazu beitragen, dass mehr Menschen mit wenig Einkommen und Vermögen bei uns im Projekt Wohnraum bekommen. Das funktioniert nur mit Unterstützung von außen. Mit deiner Unterstützung.
Direktkredite sind eine von drei Säulen in der Finanzierung des Genoveva-Hausprojekts. Die anderen beiden Säulen sind Eigenkapital von den Hausbewohner*innen und eine Förderung sowie ein Förderkredit von der Investitions- und Förderbank (IFB) für den Bau geförderten Wohnraums. Beim Eigenkapital verfolgen wir das Prinzip, dass diejenigen, die mehr haben, auch mehr an Geld in das Projekt einbringen.
Wohnraum ist knapp und der Zugang zu Wohnraum ist sehr ungleich verteilt. Die aktuellen Antworten auf die Wohnraumknappheit können schon rechnerisch nicht den Bedarf decken. Beim Sozialen Wohnungsbau wird in Hamburg im Regelfall der sog. Drittelmix angestrebt, d.h. nur ein Drittel der Flächen sollen überhaupt für Menschen mit wenig Einkommen gebaut werden, obwohl der Bedarf viel höher ist (in Hamburg haben knapp 50% der Bevölkerung Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein).
Eine gerechtere Wohnraumverteilung müssen wir selbst in die Hand nehmen. Das kann jede*r einzelne von uns tun, indem wir Projekte unterstützen, die Wohnraum nach sozialen Kriterien vergeben. Dafür gibt es zwar keine „maximale Rendite“, dafür tust du aber das Richtige mit deinem Geld. Du trägst dazu bei, dass weniger Menschen wohnungslos sind oder unter prekären Bedingungen leben müssen.
Die Finanzierung des Hausprojekts Genoveva ist auf drei Säulen aufgebaut. Säule 1 ist ein Bankkredit der Investitions- und Förderbank, den wir zu vergünstigten Konditionen erhalten, weil wir nach den Vorgaben des geförderten Wohnungsbaus bauen (ca. 85 % der Baukosten). Säule 2 ist das Eigenkapital der Bewohner*innen des Hausprojekts (ca. 10–12 % der Baukosten). Die dritte Säule (ca. 3–5 % der Baukosten) sind Direktkredite (siehe: "Was sind Direktkredite?"). Wir wollen Wohnungen auch für Menschen bauen, die nicht viel Eigenkapital einbringen können.
80 Prozent der Haushalte bei Genoveva dürfen gesetzlich vorgegebene Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Darüber hinaus bauen wir zwei Dringlichkeitsschein-Wohnungen. Diese Wohnungen dürfen ausschließlich von Menschen bewohnt werden, die vordringlich wohnungssuchend sind und deswegen einen Dringlichkeitsschein haben. Einen Dringlichkeitsschein bekommt man nur, wenn man über sehr niedriges Einkommen verfügt und in einer Notlage steckt (z.B. mit Kindern in beengten Verhältnissen lebt, aus dem Frauenhaus entlassen wird, wohnungslos ist oder in einer Unterkunft für Geflüchtete lebt). Die Kosten dafür werden aber nur zum Teil durch öffentliche Förderungen gedeckt. Außerdem bauen wir eine rollstuhlgerechte Wohnung, an denen zwar großer Mangel herrscht, deren Bau dennoch nicht kostendeckend gefördert wird. Zur Verwirklichung der sozialen Ziele des Projekts ist es notwendig, die Kosten in Form von Direktkrediten auf viele Schultern zu verteilen.
Die Direktkredite, wie auch die von uns gezahlten Genossenschaftseinlagen und die Förder- bzw. Darlehenssummen der IFB werden ausschließlich zum Bau unseres geplanten Mehrfamilienhauses verwendet. Die einzelnen Wohnungen werden – wie bei anderen Wohnungsgenossenschaften auch – an die einzelnen Mitglieder vermietet. Dadurch finanzieren wir neben der Verwaltung des Hauses auch die monatlichen Bankraten und die Zinszahlungen an die Direktkreditgeber*innen.
Da es sich bei dem Haus um einen Neubau handeln wird und der Hamburger Wohnungsmarkt auch in absehbarer Zeit angespannt sein wird, ist ein Leerstand unserer Wohnungen sehr unwahrscheinlich, sodass die Einnahmenseite des Projekts stabil ist. Die IFB gibt mit ihren Förderbedingungen klare Vorgaben nicht nur im Hinblick auf die Miethöhe für die einzelnen Wohnungen, sondern beispielsweise auch auf die Höhe einer Instandhaltungsrücklage, die wir für Reparaturen und Sanierungen zur Seite legen müssen, um damit den Bestand des Hauses dauerhaft zu sichern.
Dennoch handelt es sich bei dem Direktkredit um einen nicht gesicherten Kredit – es wird für den Kredit also keine Grundschuld oder Hypothek im Grundbuch eingetragen. Daher kann es zu einem vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Es bestehen somit bei der Vergabe eines Direktkredits erhebliche Risiken.
Gleichwohl sind wir als Bewohnende des Mehrfamilienhauses maximal daran interessiert, dass unser Haus gebaut wird und wir darin langfristig wohnen. Zudem bauen wir im Verbund mit anderen Wohnprojekten im Rahmen einer Dachgenossenschaft. In diesem Verbund besteht ein Einstandswille für die jeweils anderen Projekte (allerdings keine Verpflichtung).
Ja. Direktkredite sind im Vermögensanlagegesetz (VermAnlG) juristisch geregelt. Das Vermögensanlagegesetz regelt besondere Hinweispflichten für Kredite (Prospektpflicht, Vermögensanlagen-Informationsblatt). Da wir keine großen Kreditvolumen ausgeben und auch nicht mehr als 20 Kredite derselben Art aufnehmen, sind wir von der Prospektpflicht und der Pflicht, ein Vermögensanlagen-Informationsblatt zu erstellen, ausgenommen.
Die Kreditsumme, die Höhe der Zinsen und auch die Laufzeit geben wir euch nicht vor. Vielmehr besteht hier ein gewisser Spielraum und wir würden die genauen Konditionen individuell mit euch besprechen. Grundsätzlich ist es für uns dabei wichtiger, dass der Kredit eine möglichst lange Laufzeit hat, als dass er besonders hoch ist. Wir bieten Zinsen zwischen 0,1% und 1,5% pro Jahr an, wobei uns niedrigere Zinsen helfen, gerade für die Menschen mit geringem Einkommen die Mieten niedrig zu halten.
Konkret können wir folgende Konditionen für die Direktkredite anbieten:
Wenn du das Projekt unterstützen willst, melde dich einfach per Mail bei uns, wir kontaktieren dich dann direkt und klären alle offenen Fragen mit dir.
Danach unterzeichnest du eine Absichtserklärung, mit der du uns zunächst zusicherst, uns mit einem Direktkredit zu unterstützen.
Wenn der Zeitpunkt erreicht ist, dass wir das Geld für unsere nächsten Planungsschritte benötigen, melden wir uns bei dir und unterschreiben gemeinsam einen Kreditvertrag zu den vorher abgestimmten Konditionen. Danach überweist du uns das Geld, welches wir für den vertraglich festgehaltenen Zeitraum verwalten. Nach Ende des Vertrages bekommst du dein Geld, zzgl. Zinsen, wieder von uns zurück.
Während der Laufzeit halten wir dich über die Entwicklungen in unserem Projekt auf dem Laufenden und sind für Rückfragen erreichbar.
Eine Absichtserklärung für eine Direktkreditvergabe gibt uns eine Planungssicherheit über die zu erwartenden Direktkredite, ohne diese bereits in Form eines Kreditvertrages einwerben zu müssen. Dadurch können wir die benötigten Direktkredite zum passenden Zeitpunkt einwerben und verringern unseren Verwaltungsaufwand. Die Absichtserklärung ist nicht rechtlich bindend.
Gerne kannst du uns auch durch eine Spende unterstützen. Da dadurch Zinsen entfallen und wir weniger Verwaltungsaufwand haben, wäre dies eine großartige Hilfe. Da Wohnungsgenossenschaften nicht als gemeinnützige Organisation im steuerrechtlichen Sinne anerkannt sind, können wir aber keine Spendenquittungen ausstellen.